Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.


1. Mose 1,31








Monatsspruch             

Januar 2023

Das Ganze macht 's! 

Der Gemeindebrief steht an der Schwelle eines neuen Jahres. Jetzt, wo ich über den Monatsspruch für Januar nachdenke, tritt das alte Jahr in seine Schlussphase. Ein Jahr vieler Sorgen. Am  bedrückendsten sicher die, in die uns der russische Angriffskrieg auf die Ukraine seit Ende Februar versetzt hat. So viele Menschen getötet, deportiert – oder geflohen! So viel Missachtung der Menschenrechte! So viele Existenzen vernichtet! So viele Häuser, Dörfer, Städte, so viel Infrastruktur eines normalen, friedlichen Lebens so brutal und nachhaltig zerstört! 
Menschen sollen Menschen zum Segen werden – so will es Gott. Menschen, werden Menschen zum Fluch – so sieht die Realität, so sehen die Nachrichten aus. Und das zu einer Zeit, die ein neues großes Stichwort gefunden hat: „Anthropozän“ – die Zeit, in der der Mensch mehr noch als je zuvor Wohl und Wehe dieser Erde bestimmt. Wir wollen uns nicht entmutigen lassen. Wir wollen mit Mut, Freude, Gestaltungswillen das neue Jahr beginnen. Aber woher kommt der Mut, den wir brauchen, dringend benötigen? Daher, dass wir die Welt im Griff hätten? Ganz sicher nicht. Ein anderer gibt uns Halt, ein anderer macht uns Mut: Gott!!! Sein großes und ungebrochenes Ja zu seiner Schöpfung steht auch über dem Jahr 2023. Anno Domini – Jahr des Herrn. So sollten wir ein jedes Jahr nennen, das neu beginnt. Nicht wir haben diese Welt in der Hand – Gott sei Dank nicht. Es ist Gott – Gott allein! –, der diese Welt in seiner Schöpfergüte in Händen hält. Die beiden Schöpfungsberichte am Anfang der Bibel sind keine Protokolle. Keine Reportagen. Keine historischen Berichte. Sie sind vielmehr Glaubensaussagen, mehr noch: Bekenntnisse. Da dominiert nicht die ferne Vergangenheit, sondern da geht es um die entscheidenden Fragen der Gegenwart: Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? Als Schöpfer ist Gott nicht nur der, der diese Welt ins Leben gerufen hat, sondern mehr noch und vor allem der, der sie am Leben erhält – und ein Ziel mit ihr hat! „Gott sah, dass es gut war.“ Dieser Satz fällt immer wieder im ersten Schöpfungsbericht. Bezogen auf Erde und Meer, die Pflanzen, die Gestirne, Wassergetier und Vögel, die Landtiere. Als der Mensch dazu kommt, heißt es sogar „sehr gut“. Weil wir die „Krone der Schöpfung“ sind? Nein, das eher nicht. Die „Krone der Schöpfung“ ist der Sabbat, an dem sich Gott von seinem Schöpfertun ausruht und seine Schöpfung genießt. Wo das „sehr gut“ herkommt? Nicht der Mensch, das Ganze macht's – das Ganze einer von Gott mit lauter Schönheit und Liebesbeweisen gespickten Schöpfung! Schauen wir auf Gott, der diese Welt in Händen hält, die uns je mehr wir vermögen je mehr entgleitet. Er ist es, der uns den Mut und die Zuversicht gibt. Der uns die Grenzen aufzeigt – aber auch, wie wir in seinem Sinne zum Segen wirken können. Ihm allein lasst uns vertrauen – und das neue Jahr 2023 kann gelingen.

Rüdiger Jung, Pfarrer in Dautphe





Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen zugerichtet; denn wer es hören wird, der wird über mich lachen.


1. Mose 21,6



Monatsspruch Februar

Sara aber sagte: Gott ließ mich lachen. 

 

Kennen Sie Menschen, die ein ansteckendes Lachen haben? In der Familie und im Freundeskreis kenne ich solche Menschen. Selbst wenn ich nicht weiß, warum sie lachen, steckt mich ihr Lachen einfach an.

Laut und fröhlich lachte auch Sara, als ihr Sohn Isaak geboren wurde. Aufgrund ihres Alters wäre dies eigentlich nicht mehr möglich gewesen. Doch Gott machte das Unmögliche möglich. Gott hatte Abraham und Sara einen Sohn verheißen. „Macht Gott seine Worte wirklich wahr?“, fragte sich Sara. Manchmal war der Zweifel sehr stark. Bestimmt hatte Sara aber immer einen kleinen Funken Hoffnung in sich, dass es doch so geschieht, wie es ihnen verheißen wurde. Und dann war es soweit: Den ersehnten Nachwuchs hielt sie endlich in ihren Armen. Eine große Freude breitete sich in ihr aus – nein, sogar ein Jubel über das große Wunder – ließ sie laut lachen. 

Auch wir dürfen heute vor Freude lachen. Nicht nur mit Sara, sondern auch über das Wunder überhaupt: Gott kommt als kleines Baby in die Welt. Er zieht ein in eine traurige und unbarmherzige Welt. Er bringt Freude und Hoffnung in diese Welt. Auch Maria die Mutter Jesu brachte ihre Hoffnung und Freude zum Ausdruck (siehe Lk 1,46-55). Denn Gott selbst kommt in die Welt und wird dem Elend in der Welt ein Ende setzen. Das ist Grund zum Jubel und zur Freude – für uns alle! 

Felix Heinz, Pfarrer in Holzhausen und Herzhausen